Startnummer
36. Granfondo Milano-Sanremo: 233

Historie

Respektvoll "La Classicissima" genannt und seit 1907 ausgetragen ist Milano - Sanremo (Mailand - San Remo) eines der fünf berühmtesten Eintagesrennen, der sog. Monumente des Radsports! Dabei ist es mit über 290 km das längste Eintagesrennen im Profi-Radsport! Dieser Klassiker wird auch "La Primavera" (Fahrt in den Frühling) genannt, da es alljährlich im März ausgetragen wird. Und als Monument des Radsports wird es bezeichnet, weil es sich durch zwei Faktoren auszeichnet: Das Alter und die illustre Siegerliste:-) Und darum wollen auch wir daran teilnehmen ...

Amateur-Radrennen Milano - Sanremo 2006

9 Concordianer, 5 Capi, 8 1/2 Stunden, 291 km

A.S.:

Alle Photos mit dem Bestandteil "Image" im Bildtitel sind von Christian, mit "Speedstar" von Klaus und mit "pict" von Thomson. Alle anderen sind von mir.

Planung 2006

Nach unserer Teilnahme zu viert in 2005 legten wir die Planung so an, daß wir mind. in Mannschaftsstärke von 8 Teilnehmern anreisen wollten. Dazu planten wir eine Anreise mit eigenem (Klein-)Bus, eventuell mit Begleitfahrzeug für die Versorgung. Wir schwärmten im Verein von dem tollen Rennen und versprachen eine komplette Organisation von Anmeldung, Anreise und Unterkunft. Bald hatten wir 10 Teilnehmer für das Rennen beisammen, die Planungen konnten im Detail starten: Dazu buchten wir die Hotelzimmer im Forum Hotel in Rozzano und das Hotel Graziella in Sanremo wie letztes Jahr (Hans Dietmar). Der sportliche Leiter Christoph meldete uns beim Rennen an und koordinierte die gesamte Planung. Horst vermittelte den Kontakt zu Klaus vom benachbarten Radverein, der den Bustransfer übernahm. Damit stand die Planung (die durch Absagen und Erweiterungen jeglicher Art etwas umfangreicher war als hier dargestellt:-). Planung:
Samstag, 10.6.: Anreise mit 10 Rennfahrern und eigenem Fahrer von München nach Mailand-Rozzano, Abholen der Startunterlagen vor 19:00 Uhr, einchecken im Hotel.
Sonntag, 11.6.: Rennen von Milano nach Sanremo (ca. 295 km), Verpflegungspunkte sind Ovada und Spotorno; Treffen am Zielpunkt, Pastaparty im Centro Sportivo, gemeinsames Abendessen.
Montag, 12.6.: Abreise von Sanremo nach München.
Angeboten wurde noch die Teilnahme an einer Verlängerungswoche, da durch den Feiertag am Donnerstag ein langes Wochenende einbezogen werden konnte. Genutzt haben das 2 Fahrer des Rennens und ein externer Fahrer. Im Gegensatz zu 2005 gab es diesmal zwei "Gruppen": Die Spitzengruppe konnte einzeln oder in Kleingruppen auf Sieg und Platzierung fahren; das Grupetto sollte hinten alle langsamen und abgehängten Fahrer aufsammeln. Auf Grund der Leistungsdifferenzen und Ambitionen in der Gruppe, ging der Plan nur bedingt auf.

Anreise 2006

[Samstag, 10.6.06]

Wir - Christoph Albrecht, Christian Gebauer, Philipp Geisert (Piccolo), Hans Dietmar Jäger (HD), Thomas Marx, Bernd Reindl, Hartmut Schabel (Hartl), Horst Schwanke, Thomas Wimmer (Thomson) mit Fahrer Klaus Trojer - verabreden uns am Busbahnhof Fürstenried; hier laden wir die Räder und das Gepäck in den Minibus (langer Mercedes Sprinter mit 12 Sitzplätzen), was bisweilen den Anschein eines orientalischen Basars hat und starten, nachdem mit etwas Drücken alles verstaut war, gegen 9:15. In flotter Fahrt geht es über Innsbruck und den Brenner mit einer Pause (hier Christoph) an einem ital. Autogrill nach Mailand. Ohne Probleme - aber mit viel Spaß - erreichen wir gegen 18:30 Rozzano und fahren zum Startpunkt, an dem die Nummern- und Transponderausgabe erfolgt und checken die Starterliste. Nach Anprobe der Trikots in gelöster Stimmung entladen wir am Hotel den Bus, halten eine Lage-besprechung ab und gehen zum Pizzeria, Ristorante, Pub "Marianna Cafe" (Gruppenbild), wo wir reichlich Essen (Hartmut und Horst, Horst, Philipp und Klaus) und noch reichlicher Trinken (noch lachen sie!) (Hier lädt Horst unsere Hotelzimmernachbarn auf einen/mehrere Limoncello ein:-) Gleichzeitig läuft per Beamer irgendein Fußballspiel. Später stößt noch Piccolo dazu, der noch eine Trainingsrunde drehen mußte und sein Rad gleich in der Garderobe parkt und ich gebe ein paar Infos und Tips an unsere Hotelzimmernachbarn Michaela, Michael und Jürgen.
Wegen einem familiären Krankheitsfall reisen wir nur mit 9 Rennfahrern nach Mailand; Michael Ingenweyen muß auf den Start verzichten.

Logistik 2006

[Sonntag, 11.6.06]

Da das Wetter optimal werden soll, können wir auf aufwendige Mitnahme von Jacken komplett verzichten! Alleine die Versorgung mit Riegeln, Bananen und Getränken muß auf dem Rad sichergestellt werden. Zudem erwartet uns Klaus mit dem Minibus in Ovada (vor dem Anstieg zum Turchino bei km 120) und an der Verpflegungskontrolle Spotorno (km 205): Hier haben wir bei Bedarf Gelegenheit, Getränke und Verpflegung aufzufüllen und eventuell Bekleidung zu wechseln. Außerdem bietet Klaus die Möglichkeit, Rennfahrer im Bus mitzunehmen. Vom letzten Mal kennen wir die Versorgungslage mit Essen und Getränken durch die Rennleitung: Diese soll auch diesmal wieder gut sein. Klaus überführt auf diese Weise (mit 2 Stopps) den Minibus nach Sanremo. Er wird uns Rennfahrer direkt am Ziel auf dem Poggio di Sanremo erwarten!
Den Minibus planen wir hinter dem Hotel in Sanremo zu parken; der Minibus ist angekündigt und der Parkplatz ist frei.

Das Rennen 2006

[Sonntag, 11.6.06]

Im Forum Hotel übernachten wieder einige Fahrer des Rennens, so gibt es morgens ab 5:00 kalte Pasta, belegte Brote (lecker!), Müsli und den italienischen Standard zum Frühstück. Nach ein paar Photos (HD, Christian, Thomson, Philipp, Christoph) (Gruppenbild aller Fahrer: Thomson, Horst, HD, Philipp, Christoph, Thomas, Bernd, Christian, Hartmut) hinter'm Hotel machen wir uns auf den Weg - bisweilen noch nicht ganz wach (hier Hartmut und Tomarx) - und rollen wir zum Start, initialisieren unsere Transponder und reihen uns in's wachsende Starterfeld ein. Um 7:00 startet das Rennen (hier aus der Perspektive von Klaus im Begleitbus hinter dem Feld)!
Es sind angenehme Temperaturen, ca. 18 Grad am Start. Das Feld prescht los, es sind grob geschätzt 700 Fahrer. Zuerst geht es am Kanal hinaus, der in Richtung Pavia führt. (Mailand verfügte früher - wie viele Städte z.B. auch London: "Little Venice" - über ein dichtes Kanalnetz zum Pransport von Gütern, ähnlich wie Venedig. Reste sind in Mailand an der Porta Ticinese zu sehen.) Das Feld rollt mit 40-50 km/h dahin (hier knapp hinter'm Führungsfahrzeug). Aber immer wenn linkerhand Autos oder LKW durch die vorausfahrenden Polizeimotorräder gestoppt wurden, verlangsamt sich das Feld kurzzeitig! Ansonsten gilt wieder: Rechts zu fahren bedeutet viel Windschatten, aber auch daß man langsam aber sicher nach hinten durchgereicht wird. Links am Feld vorbeizufahren (wie hier von Tomarx demonstriert ) bedeutet aber harte Arbeit am Wind. Naja, so pendel ich zwischen vorn und hinten:-) Aber immer in der Nähe meiner Vereinskollgen Christoph, Thomas und Bernd, an denen ich mich orientieren möchte. Nicht bemerken wir, daß Philipp, Thomson und Horst in einer Spitzengruppe einen Ausreißversuch gestartet haben. Erst als wir im großen Hauptfeld mal nach ganz vorne gespült wurden, sehen wir die drei nicht! (Uns war in dem Moment nicht ganz klar, ob das Feld bis zum Anstieg zum Turchino durch ein Führungsfahrzeug zusammengehalten wird - wie beim Giro Dolomitit - oder jeder fahren kann wie er will; man kann scheinbar!) Wir verbreiten die Kunde davon, daß wir evtuell zwei oder drei Fahrer in einer Ausreißergruppe (mit Thomson und Philipp) haben, unter den Vereinskollegen; das läßt uns in Ehrfurcht von dem Schneid der Dreien sprechen! (Vgl. dazu auch die Berichte der anderen Rennfahrer! Bernd (PDF), Thomson (PDF), Philipp (PDF))
Was passiert weiter? Unbemerkt von allen hat Christian einen Platten bei km 80! Während er ratlos neben dem Rad steht, rauscht das Feld fast komplett an ihm vorbei:-( Aber als er wieder klar denken kann, wechselt er den Schlauch im Vorderrad und macht sich an die Verfolgung! (Wer hätte in dieser Situation, mit der Gewißheit, noch 220 km vielleicht alleine zu fahren, nicht aufgegeben?) Später mehr ...
Kurz vor unserer Verpflegungsstation verliere ich mittem im Feld meinen zweiten Flaschenhalter am Sitzrohr samt Flasche, der mir zum Unglück auch noch die Minipumpe weghaut! Begleitet von lautem Geschrei der hinter mir Fahrenden kullert es über den Asphalt. Ich frage mich, wie ich 180 km mit nur einer noch halbvollen Trinkflasche über die Runden kommen soll? Später mehr ...
An der Verpflegungsstelle beschließen Hartmut, Thomas, Bernd, Christoph und ich, eine Pinkelpause einzulegen (ca. 45 bis 60 Sekunden; Hartmut will dabei eine längere Pause einlegen). Wir befanden uns an der Spitze des Hauptfeldes. Aber als wir vier wieder auf den Rädern sitzen, müssen wir uns schon durch die Versorgungsfahrzeuge nach vorne Kämpfen: Das gesamte Hautpfeld ist an uns vorbeigejagt! Wir machen uns - zuerst etwas unkoordiniert, wobei wir Horst überholen - an die Verfolgung (wieder mit 45-50 km/h im Wind, genau wie man im Feld mal ein Loch zufahren mußte, wenn sich kein anderer fand). Jetzt im Anstieg zum Turchino finden sich Christoph, Bernd, Thomas und ich zusammen und wir machen einen zug auf: Dabei sammeln wir in flotter Fahrt einige Fahrer und Gruppen ein, werden selbst aber nicht überholt! Hinter uns sammelt sich aber eine beachtliche Anzahl von Windschattenfahrer an:-) (Für diese Aktion unseres Vereins bekomme ich nachher von einem ital. Rennfahrer noch Lob gezollt!) Auf dem Turchino wird nicht lange gefackelt, gleich mache ich mich an die Abfahrt und erwische den Kopf unserer recht großen Gruppe: So kann ich sehr flüssig mit leichtem aber absehbarem Risiko abfahren (überholen tue ich dabei ein Sturzopfer, welches mich eindringlich vor Übermut warnt!).
Hinter mir - von mir unbemerkt - tut sich folgendes abspielen: Bernd ist fast direkt hinter mir, verliert aber ständig Plätze und wir immer öfter überholt, bis er merkt, daß er einen schleichenden Platten hat, welcher das eigenwillige Fahrverhalten des Rades erklärt:-( Christoph fährt in seiner im eigenen Fahrweise ab, die man als sehr vorsichtig bezeichnen könnte (ich kann das etwas nachvollziehen: Wenn es mir in einem Straßenrennen zu eng wird, dann fahr' ich auch lieber ganz hinten oder gar nicht mehr). Thomas will seine Abfahrt verzögern um Christoph aufschlißen zu lassen, um ihn ein wenig zu motivieren, schneller abzufahren; aber es dauert Thomas einfach zu lange. Nun ja, weder Thomas noch Christoph fährt an Bernd vorbei, sie tauschen den Schlauch und machen sich auf der jetzt folgenden Küstenstraße an die Verfolgung.
Ich dagegen bin schon auf der Küstenstraße unterwegs. Die Gruppen, in denen ich ab jetzt mitfahre, haben eigentlich immer vorne ein oder zwei Motorräder, die den Gegenverkehr stoppen und die Kreuzungen freihalten. Hinter uns fahren dann die Versorgungsfahrzeuge manch anderer Rennfahrer der Gruppe. Beim Anstieg hinter Arenzano (wo Jan kurze Zeit später aus dem Zug steigen wird; dazu später aber mehr ...) gehe ich locker in die Führung; es können nur ein paar Fahrer folgen. Es läuft bisher ganz gut bei mir. Aber die Führung in der ca. 30-köpfigen Gruppe läuft überhaupt nicht; viele wollen oder können einfach nicht vorne fahren! Da fragt mich ein ital. Rennfahrer: "Solo due?" Also, wir zu zweit ohne die Gruppe, die eh kaum unterstützt? Naja, ich sage ich will erstmal mit meinen Begleitern hinter mir telefonieren, erfahre so, daß sie nach Platten 5 bis 10 Minuten hinter mir liegen. So beschließe ich, erstmal in der Gruppe mitzufahren (ca. 25-30 km/h) und sie aufschließen zu lassen.
Auf dem weiteren Weg sammeln wir noch eine andere Gruppe auf - die noch langsamer als wir gewesen sein muß! - und jetzt sind wir vorne ca. 6 Fahrer, die die Führungsarbeit machen; das Tempo liegt bei 35-45 km/h! Aber als ich mal aus der Führung rausgehe und mich der hinter mir fahrende ablösen soll, verzieht der nur schmerzhalt sein Gesicht als ich mich zu ihm umdrehe, da er gleichzeitig hinter mir auch aus der Führung geht! Und die nachfolgende Fahrer zerstäuben in alle Himmelsrichtungen! Folge: Die Fahrt ist raus, das Tempo geht gleich von 40 auf 30 km/h zurück! Da packt es zwei Fahrer und mich, wir reißen aus (denn ob wir nun mit oder ohne den ganzen Rattenschwanz fahren ist in der Führung relativ egal). So passieren wir die Verpflegungskontrolle Spotorno und Klaus. Wir stoppen überhaupt nicht (im Gegensatz zu Bernd, Christoph (und Thomas), Horst und Christian); meine Verpflegung an Riegeln und Bananen ist leicht überdimensioniert (drei Riegel und eine Banane fliegen am Ziel in die Tonne, ich kann es nicht mehr sehen, geschweige denn essen) und meine Wasserflasche reiche ich mit der Bitte um Wasser in eines der (meist ital.) Begleitfahrzeuge und bekomme sie voll wieder rausgereicht! An der Verpflegungskontrolle auf der Capo Berta greife ich mir dann noch zwei den angereichten Wasserflaschen; eine trinke ich sofort, die andere fülle ich während der Abfahrt in die Trinkflasche:-)
Nach einiger Zeit sehe ich in der Führung fahrend am Ende der nächsten Biegung ein paar Fahrer, welches sich als große Gruppe herausstellt: Nach einem Hinweis an die anderen nehmen wir die Verfolgung auf und können uns bald am Ende der Gruppe erholen. Ab km 215 packt mich die Gleichgültigkeit: Ich will einfach nicht mehr. Wieso das ganze überhaupt? Diese ewig lange, monotone Küstenstraße habe ich satt. So motiviere ich mich mit dem Gedanken an die Capos und die beiden letzten Zuckerl Cipressa und Poggio! Nur noch 50 km bis dahin! Und zwischendurch ja noch die Capos! Das gibt Kraft! Als unsere Gruppe am Capo Mele angekommen ist, sehe ich zu daß ich vorne bin und nicht in einem grupetto abgehängt werde. Und tatsächlich reißt die Gruppe auseinander! Schon am ersten des drei Capos! Naja, vor dem Capo Cervo sind einige wieder aufgefahren, aber es bleiben wieder welche auf der Strecke; endgültig ist es dann für viele am Capo Berta vorbei und unsere Gruppe von anfangs 35-40 Fahrern ist auf 15-20 zusammengeschrumpft. Mit ca. 10-15 fahren wir dann in die Cipressa ein: Ich gehe in Führung, es läuft immer noch phantastisch und meine Gleichgültigkeit habe ich schon am ersten Meter des ersten Capo gelassen:-)
Nach kurzer Zeit sind wir nur noch zu zweit im Anstieg, ein netter Italiener, der leider nur italienisch spricht. Aber es reicht für eine kleine Unterhaltung. Im Anstieg kommt uns eigentlich niemand entgegen, um so erstaunter bin ich, als ich vor mir eines unserer Vereinstrikots ausmache. Und mit welcher Geschwindigkeit Piccolo da auf mich zu kommt! Er scheint zu stehen, wenn ich mit 2- bis 3-facher Geschwindigkeit an ihm "vorbeifliege". Philipp ist aber einfach platt, aus, vorbei, Ende. Der kleinste Gang rettet ihn und bringt ihn über die Cipressa. Er sagt mir nur, daß Thomson mir einiges erzählen kann. Naja, denke ich, dann will ich den Thomson im Ziel mal fragen, was sich zugetragen hat. Philipp sprach noch davon, daß etwas explodiert sei, was auch immer (Hier sehen wir die "explodierte" Gruppe auf der Küstenstraße.). Naja, nach kurzer Zeit wußte ich es: Thomson kam mir noch in der Cipressa entgegen. Es schien mir, als beschleunigte er noch mal ein wenig, doch es war nur eine Frage der Zeit, wann wir auf gleicher Höhe fuhren. Er erzählte ein wenig vom Ausreißversuch und dem anschließenden Dilemma. Naja, und seine Frage, ob das jetzt der letzte Berg sein, konnte ich nicht bejahen: Es kommen noch eine Abfahrt an's Meer, paar Flachkilometer und der Poggio mit dem Ziel. Das munterte Thomson nicht wirklich auf, wie mir schien ...
Ich beschleunigte, fuhr beherzt ab, gabelte zwei Italiener auf, fuhr kurze Zeit mit ihnen zusammen, konnte ihren Tritt nicht halten und fuhr alleine in den Poggio ein: Das lief wieder erstaunlich gut! In den Serpentinen konnte ich die Kurven nur mit Mühe nehmen, der Radius war zu eng. Ein Photograph am Ausgang der Kurve mußte auf den Bürgersteig springen, damit ich vorbei kam. Dann die letzten 2 Kilometer: Einen Zuschauer fragte ich scherzhalt "Solo due kilometri?". Naja, die Meter flogen an mir vorei und ich den Poggio hoch. Und als ich bei der 200 Meter-Marke noch drei Fahrer schweren Trittes vor mir sah, legte ich nochmals zu und flog an ihnen vorbei. Nur im Nacken hört ich noch "Na, der hat noch Reserven". Den Zielstrich überquerte ich nach 8:24 h. Sofort danach hängt ich meinen Kopf unter die Fontana, eine Wohltat! Dann kam recht schnell Thomson in's Ziel, Klaus gesellt sich mit Horst dazu (Horst hat die Mitfahrgelegenheit von Klaus genutzt ab Spotorno) und es folgte Philipp. Wir hatten uns alle viel zu erzählen, tranken unendlich viel Sali und Wasser, warteten zusammen auf die anderen Rennfahrer: Die Gruppe um den sportlichen Leiter Christoph kam mit Bernd und Thomas in's Ziel; es fehlten nur noch Christian und Hartmut! Wir begrüßen noch die Nummer 172 im Ziel (die wie sich später herausstellt 2. in der Damenwertung wurde), machen ein obligates Zielphoto aller Rennfahrer (Groß) und komplett fuhren wir zum Centro Sportivo zur Pasta-Party. Dort bekamen wir für den 10. Platz in der Mannschaftswertung völlig überraschend einen Pokal, den ich als erster des Vereins in Empfang nehmen konnte. Diese Kunde wird per Mobiltelefon von Thomas gleich an den nicht gestarteten Michael weitergegeben. Hier lassen wir das Rennen ausklingen, wobei der Pokal unseren Tisch schmückt!
Danach radeln wir die paar Meter zum Hotel und werden von den Graciellas am Empfang begrüßt, wo immer mehr verschwitzt Rennfahrer auftauchen: "... e piccolo!" Die Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen verläuft genau so unterschiedlich wie das Rennen selbst: Der eine will ins' Meer zum Baden, aber erst duschen, der andere erst nachher duschen; die anderen wollen erst duschen, dann ein Bier trinken usw. Ich gehe mit Christian und Jan - wo kommt der denn jetzt her? Dazu später mehr ... - durch die Stadt, treffe die anderen am Strand (hier Philipp, HD und Jan); wir gehen aber lieber ein Jubelbier trinken. Später sind wir alle zusammen auf der Strandterasse zum Abendessen: Christoph und Horst, Hartmut und Bernd, Philipp und Thomson, die gesamte Gruppe, Thomson, Christoph und Horst sowie Philipp, Thomson und Christoph beim Nachtisch; wir haben uns viel zu erzählen, da jeder ein anderes Rennen erlebt hat!

Heimreise 2006

[Montag, 12.6.06]

Nach einem einem italienischen Frühstück beladen wir den Minibus - der nicht ganz hinter das Hotel paßte und auf einem extra Parkplatz abgestellt war, was wieder etwas chaotische Züge annimmt und an ein regelrechtes Fahrerlager erinnert aber den Beteiligten sichtlich Spaß macht, als alles im Minibus ist und verabschieden uns nach einem Gruppenphoto mit Pokal: Christian, Jan und ich fahren gleich ohne Ruhetag los, wir wollen in die franz. Seealpen! (Jan kam mit dem Zug aus Paderborn, wollte aber das Rennen selbst nicht mitfahren; so fuhr er bis Arenzano mit dem Zug, den Rest an der Küste mit dem Rad und wir trafen uns oben bei der Zielankunft am Poggio.)

Fazit 2006

Unbedingt wiederholen!
Und wieder bin ich völlig gut durchgekommen: Alleine hat mich geärgert, daß beim Pinkelstop das ganze Feld an einem vorbeirast und wir es am Turchino mühsam wieder auffahren mußten:-(
Ansonsten: Wetter, Kleidung und Verpflegung haben 100% gepaßt! Die beiden Platten hätten nicht sein müssen. Die große Diversität in unserer Mannschaft (der eine muß oft anhalten zum Pinkeln, der andere fährt, besser schleicht die Berge runter, der andere startet einen Ausreißversuch etc.) ließ keine wirklich große Gruppe zu: Vielleicht kann eine größere Gruppe in 2007 da Abhilfe schaffen.
Das Begleitfahrzeug war Gold wert! An zwei definierten Punkten die Möglichkeit für Materialwechsel jeder Art zu haben ist eine große Sicherheit und Hilfe. Und die Möglichkeit, den Bus als Besenwagen zu nutzen, nimmt vielleicht bei dem einen oder anderen Aspiranten die Furcht vor der schieren Rennentfernung von 290 km.

Gekostet hat das ganze Arrangement inkl. Automiete, Sprit, Vignetten und Autobahngebühren, 2 Übernachtungen mit Frühstück, Startgebühr, Mahlzeiten, div. Stopps am Autogrill ca. XXX Euro.

Ich bin 8:23 netto und 8:24 brutto unterwegs gewesen; das entspricht einem Schnitt auf 291 km von 34.05 km/h. Es galt, ca. 1650 Hm zurückzulegen.

Tabelle 2006

Hier greife ich auf die Original-HTML-Daten der Veranstalter zurück (habe paar aussagekräftige Daten stehen lassen neben den Concordianern (gestartet sind rund 715 Fahrer und Fahrerinnen, angekommen ca. 600):

Posiz Cognome Nome Societa  Tempo Media
1 CANFORI ALESSIO TEAM SCOTT ETICA'S 07:45:29.40 36,86
2 REZZANI MICHELE TEAM SCOTT ETICA'S 07:45:30.10 36,86
3 BERRUTI MAURIZIO A.S.D FORNASARI AUTO POZZOLO F/RO 07:47:51.90 36,68
: : : : :0 :
93 JAGER HANS-DITMAR RC CONCORDIA 86 MUNCHEN E.V 08:24:02.00 34,05
: : : : :0 :
97 WIMMER THOMAS RC CONCORDIA 86 MUNCHEN E.V 08:25:23.10 33,95
: : : : :0 :
141 PISELLI NADIA S.S. FRECCE ROSSE RIMINI 08:37:58.80 33,13
142 GEISERT PHILIPP RC CONCORDIA 86 MUNCHEN E.V 08:37:59.80 33,13
: : : : :0 :
206 ALBRECHT CHRISTOPH RC CONCORDIA 86 MUNCHEN E.V 08:56:29.80 31,99
207 MARX THOMAS RC CONCORDIA 86 MUNCHEN E.V 08:56:30.20 31,99
208 REINDL BERND RC CONCORDIA 86 MUNCHEN E.V 08:56:30.70 31,99
: : : : :0 :
443 GEBAUER CHRISTIAN RC CONCORDIA 86 MUNCHEN E.V 10:14:54.80 27,91
: : : : :0 :
449 SHABEL HARTMUT RC CONCORDIA 86 MUNCHEN E.V 10:19:10.80 27,71
: : : : :0 :
576 FISCHER MICHAEL JUKADIO 12:09:07.10 23,54
577 AGARI MICHAELA JUKADIO 12:09:07.60 23,54
: : : : :0 :
599 JANSEEN TOON RTC PRINSENBEEK 12:23:17.60 23,09
600 BOGERS HANS RTC PRINSENBEEK 12:27:17.00 22,96
601 POLLET RUDY TEAM DAVITAMONBOYS 12:30:07.50 22,88
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