Narbonne - Marseille ...,

über Sitges 2021/22

Nebel zieht vom Meer Richtung Corbieres
Nebel zieht vom Meer in Richtung Corbieres; rechts hinten die Ausläufer der Pyrenäen

Vorbemerkungen

Landkarte

Gesamtroute klein (160 KB) oder Frankreich GROSS (7,2 MB) und Spanien GROSS (1,9 MB)

Anreise Frankfurt - Marseille

Mit dem durchgehenden TGV fahre ich - im großzügigen Multifunktionsabteil 1. Klasse - von Frankfurt nach Marseille, wo ich pünktlich - schon im leichten Regen - um 21:49 ankomme und nach dem Kauf der Fahrkarte für den IC nach Narbonne am nächsten Tag zum Hotel rübergehe. Auf ein Abendessen verzichte ich aufgrund der vorgerückten Zeit und ... Fr., 24.12.2021: 60 EUR Ü+Fr

Frankreich, Teil I

Erste Etappe (Tag 1: Narbonne - Perpignan)

... lasse mir das Frühstück im Hotel vor der Abfahrt nicht entgehen! Heute regnet es veritabel schon auf dem kurzen Weg zum Bahnhof; das Rad verstaue ich Gepäckabteil des IC. In Arles passieren wir die "zerquetschte Dose" [13.1.22] und um Punkt 10:00 erreiche ich Narbonne und starte zuerst noch mit Wolken auf Bages am Etang de Bages et de Sigean fahrend und mit einem kurzen Kaffee-Stop in Sigean. Dann folgt der Blick in die wolkenverhangenen Berge der Corbieres (die ich meiden wollte am ersten Tag) vor Leucate, wo ich nett zu Mittag esse und mit Rückblick auf den Ort schon mit viel Sonne weiterfahre. Kurz Zeit später stutze ich: Denn am Horizont zeichnen sich zwischen Wolken und Himmel ganz sachte die Pyrenäen mit dem Pic du Canigou ab! Auf Radwegen entlang des Agly und des Tet erreiche ich Perpignan: Hier hatte ich ein Hotel vorgebucht - ungewöhnlich, denn eigentlich will ich gerne spontan entscheiden, wie weit ich fahre und wo ich übernachte; doch Wochenende und Feiertag lassen mich vorsichtig sein. Kurzer Blick zum Riesenrad und dem El Castellet (Festung mit Stadttor der ehemaligen Stadtbefestigung), bevor ich zum Weihnachtsmarkt vor der Kathedrale Saint-Jean-Baptiste (1324-1509) weitergehe, wo ich mir Austern zum Weißwein schmecken lassen. Mit einbrechender Dunkelheit wird die Fassade illuminiert (wie auch Gebäude in anderen Städten). Nach dem Abendessen beim Italiener lasse ich es mir nicht nehmen und bestelle zur Feier des Tags einen Cafe Gourmand und bin von dem festlichen Schmuck der Stadt angetan. Sa., 25.12.2021: 91 km Ø 24,6 km/h (3:42) 337 Hm; 70 EUR Ü

Die Cote Vermaille (Tag 2: Perpignan - L'Escala)

Heute kommen schon früh die Pyrenäen mit dem schneebedeckten Pic du Canigou in den Blick, bevor ich in Argeles-sur-Mer mein Lieblingscafe Bar le Glacier - weil mit Plätzen in der Sonne! - ansteuere für zwei Cafe au lait. Dann folgt die Cote Vermaille - eine lauschige Küstenstraße - und ich passiere Colliour, Port Vendres - beides Wirkungsstättes des schottischen Jungedstil-Architekten und -Designers Charles Rennie Mackintosh [8.1.22] - und Cerbere: Hier beeindruckt mich immer wieder das Art Deco-Hotel Belvedere du Rayon Vert [8.1.22], welches die Stadtsilhouette dominiert. Nächste Station ist schon ...

Abstecher: Spanien

... Portbou in Spanien! Hier hat sich in den letzten 2 Jahren richtig was getan: Der ehemals kleine Imbiß an der Promenade hat einen Gastraum errichtet und den Außenbereich vergrößert! ... im Vergleich zu unserem letzten Besuch 2019. Etwas weiter hat an diesem Wochenende leider die Bar Platja in El Port de la Selva geschlossen:-( Auf eine Stärkung vor der Durchquerung des Parc Natural Cap de Creus hatte ich mich so gefreut. Gut, schmälern tut das schlußendlich die Aussicht auf die Pyrenäen und die Ebene in der Abfahrt nicht. An Roses vorbei erreiche ich meinen Zielort L'Escala: Hier fahre ich zu meinem Lieblingshostal Hostal El Roser - geschlossen und scheinbar aufgelöst! - und fahre weiter zum Hotel L'Escala Centre - ebenfalls geschlossen! - und fahre weiter zum Hotel Hotel Can Catala - auch geschlossen! Langsam werde ich nervös und fahre in der Stadt an noch 3 weiteren geschlossenen Hotels bzw. Hostals vorbei; ehe ich in einem Cafe nach Unterkünften frage und ganz in der Nähe mit einem entsprechend teuren Luxus-Studio-Appartment fündig werde, gottlob! Für die Rückfahrt entdecke ich abends aber dank der beleuchteten Reklame ein kleines inhabergeführtes Hostal (später mehr dazu ...). Vor dem Abendessen nehme ich als Appetizer ein paar Anchovis und Boquerones - der Unterschied wird hier erklärt [8.1.22] - für die L'Escala bekannt ist und die überall zum Kauf angeboten werden. So., 26.12.2021: 130 km Ø 22,1 km/h (5:53) 1.344 Hm Σ 221; 97 EUR Ü

Auf an die Costa Brava (Tag 3: L'Escala - Calella)

Als ich früh wach werde und es nicht wie angekündigt regnet, breche ich etwas überstürzt auf, kaufe beim Verlassen von L'Escala bei der Post noch Briefmarken und in der dann folgenden Ebene wird es mit 7°C erstmals etwas kälter:-| Links die heraufziehenden Wolken, vor denen ich flüchte, und rechts die sehr charakteristische Bergkette Montgri. Kurze Zeit später lugt die Sonne über die Wolkendecke, es wird wärmer und rechterhand leuchten die schneebedeckten Gipfel im Sonnenlicht! Dann biege ich in's Zentrum von Pals ab und finde zufällig ein recht unaufgeregtes Stadtteil-Cafe, wo ich um 10 Uhr bei schon über 20°C in der Sonne frühstücke:-) So gestärkt lasse ich Palafrugell links liegen, fahre auf der schnellstraßenähnlichen C 31 nach Palamos, hier der Strand, und lege eine Stunde später in Sant Feliu de Guixols eine Bocadillo-Pause im Restaurant Nou Casino [8.1.22] ein, welches in einem der schönsten Jungedstilbauten der Stadt untergebracht ist (Nou Casino de la Constancia: 1888) und orientalische Einflüsse trägt! Direkt in der Stadt, hinter'm Hostal Zurich links ab, fahre ich anschließend eine der schönsten Küstenstraßen ..., leider wieder mit viel Wolken:-| Doch es gibt reizvolle Lichtstimmungen und auch die Sonne bricht mal durch. Ganz anders dann, als ich nach Blanes an die Küste und an der Küste entlang auf Calella fahre, wo das Thermometer beim Zielbier (im Hintergrund rechts fährt wieder einer der Vorortzüge vorbei) über 33°C in der Sonne anzeigt! Die erste Unterkunft, die ich mir vorab schon angeschaut habe, ist jetzt ausgebucht, aber bei der zweiten komme ich unter ..., mit Dachterrasse, wo mein Gios parkt. Hier erlebe ich dann den sensationellsten Sonnenuntergang und lande zufällig in einem Hinterhofrestaurant der Einheimischen, sozusagen zwischen Müllcontainern und Kinderspielplatz:-) Mo., 27.12.2021: 112 km Ø 22,7 km/h (4:57) 1.152 Hm Σ 333; 7~17(~25)~30°C 58 EUR Ü+Fr

Der Moloch Barcelona (Tag 4: Calella - Sitges)

So wie der gestrige Tag geendet hat, beginnt der heutige! Die wirklich häßliche Strecke bis Barcelona wird nur etwas gelindert durch tolle Architektur am Straßenrand. Da ich es heute nicht eilig habe - und die Fahrt auf der breiten Straße kein wirklicher Spaß ist - kehre ich in Badalona auf Bocadillo und Cafe con leche ein, um mich anschließend in die Stadt Barcelona zu stürzen: Ich habe aber nur ein Ziel, die Famila Sagrada, wo weiter fleißig gebaut wird. Ich verlasse die Stadt alsbald und über die recht hügelige Küstenstraße - meine Kräfte scheinen zu schwinden, passiere den Cellar Güell (1895) [9.1.22] von Gaudi im Ortsteil Garraf und erreiche Sitges mit seiner schönen Altstadt hoch über dem Meer. Auch hier sehe ich bei meinem abendlichen Rundgang wieder illuminierte Gebäude und komme recht günstig im Medium Sitges Park Hotel unter. Di., 28.12.2021: 102 km Ø 20,6 km/h (4:59) 664 Hm Σ 435; 12-20-25°C 60 EUR Ü+Fr

Weg von der Küste und ab in's Hinterland (Tag 5: Sitges - Granollers)

Was habe ich mich gefreut, auf den Küstenstraßen am Meer entlang zu fahren ..., und was bin ich jetzt froh, endlich weg zu sein vom Meer und auf einsamen und abgelegenen Strecken unterwegs zu sein! Nach dem extrem guten Frühstück, was ich sehr genieße, erreiche ich senkrecht weg von der Küste zuerst - klar, es steigt stetig an - Sant Pere de Ribes mit dem Casa de la Vila von 1895 im Stil der Modernisme, dem katalanischen Jugendstil [9.1.22]. Alsdann kreuzt eine neue Schnellstraße meinen Weg, doch werde ich vorbildlich umgeleitet. In Vilafranca angekommen werde ich auf der zentralen Rambla de Sant Francesc von von einem Passanten angesprochen und auf das historische Zentrum hingewiesen: Schon auf dem Weg dorthin fallen mir aufwendig verzierte Fassaden auf. Am Marktplatz stehen sowohl das Rathaus (rechts) und (links) ein gotisches Haus mit Innenhof. Dann folgt bis Sant Sadurni ein etwas langweiligerer Abschnitt, nachdem ich aber schon einen tollen Blick auf die spektakulären Sierra de Montserrat habe, den gesägten Berg! Über eine landschaftlich schöne und gewundene Straße - nur unterbrochen durch den Moloch von Martorell! - erreiche ich weiter ansteigend Terrassa und finde beim Durchqueren der Stadt den großen Vallparadis-Park [9.1.22], in dem ich Kaffee- & Kuchen-Pause mache und später noch am Castell Cartoixa de Vallparadis (der alten Burg-Kartause, die später an den Kartäuserorden weitergegeben wurde) vorbeikomme. Auf kleinen ruhigen Straßen umschiffe ich die Stadt Sabadell und fahre auf Caldes de Montbui: Kurz hatte ich daran gedacht, hier zu übernachten wegen des römischen Bades; aber so einladend sieht die Stadt dann doch nicht aus:-) So erreiche ich etwas später meinen - mir unbekannten - Zielort Granollers! ... und komme aufgrund von wenig Auswahl bei den Übernachtungen in Bahnhofsnähe auch nicht viel pittoresker (Zimmerblick) unter. Doch die Stadt bietet beim Rundgang z.B. das Casa Blanxart oder - abends schon vorbei an einer typischen und beliebten Churreria - die Casa de la Vila, beides tolle Beispiele der Modernisme, die hier beschrieben werden [9.1.22]. BTW, das Hinterland schlägt sich gleich im Höhenprofil nieder und beschert mir die größten Tageshöhenmeter der ganzen Tour! Mi., 29.12.2021: 114 km Ø 20,6 km/h (5:33) 1.699 Hm Σ 549; 11-17-23°C 48 EUR Ü

Zurück nach L'Escala (Tag 6: Granollers - L'Escala)

Früh fahre ich ohne Frühstück los in der Kälte auf zuerst nicht allzu attraktiver Strecke ..., lange Zeit entlang der Autobahn. Nachdem die Sonne raus gekommen ist - und die Temperatur von 5 auf 10°C steigt! - fahre ich in Sant Celoni zum Frühstück ab ..., gottlob kann ich draußen in der Sonne sitzen und lasse mir gleich zwei Cafe con leche schmecken:-) Nach Hostalric - wahrscheinlich einer Sehenswürdigkeit für den zweiten Blick? - wird die Strecke landschaftlich schöner: Durch einen lichten Hain erreiche ich alsbald Caldes de Malavella. Hier gibt es auch eine große Zahl von Häusern der Modernisme, die ich 2019 schon mal beschrieben habe. Im Casa Rosa kehre ich in der Bar zum Essen ein ein: Patates braves bestelle ich noch schnell in eine Tortilla um, der Ensaladilla russa hatte es mir letztes Mal angetan und ... die Albondigas finde ich nicht auf der Speisekarte, kann sie aber umschreiben. Anschließend fällt mir auf: Klar, in Katalonien heißen Albondigas [9.1.22] halt Mandonguilles [9.1.22] amb statt con, salsa, mit Soße:-) Und in einer Kommentarspalte lese ich, obwohl ich da normalerweise nichts drauf gebe: "We ate here one night because nothing else in town was open. All the food was fried - and had been frozen as if from Costco. The selections were very limited. We were the only ones in the place. We had to get up ourselves to get condiments, etc. We would not return." Quelle [12.1.22] Herrlich! Gut, daß es sich hier nicht um ein Gourmet-Restaurant handelt, sollte jedem klar sein; ... alleine schon wenn man die Bedienung hinter dem Tresen oder die Kundschaft davor sieht. Doch einheimischer kann man nicht essen; und den abschließenden Cortado bestelle ich rufend durch das offene Fenster;-) Naja, die kommentierende Dame kam aus Kalifornien, das sagt einiges aus. Daß in dem Ort aber oft wenig offen hat, kann ich allerdings bestätigen. So gestärkt für die Bergfahrt durchquere ich zuerst Cassa de la Selva - mit der festungsartigen Kirche - und habe in der Auffahrt eine Blick in die Pyrenäen und später zu Beginn der Abfahrt den Blick bis zum Meer: Ganz links der Bergrücken Montgri und im Meer die Illes Medes in rund 30 km Entfernung, davor rechts La Bisbal da Emporda! Nach der Abfahrt läuft das Rad fast von ganz alleine über aus dem Trainingslager 2010 bekannte Strecken mit Blick wieder auf die schneebedeckten Berge der Pyrenäen in rund 50 km Entfernung! Hier ensteht auch das Spiegelphoto; denn ohne Spiegelphoto keine echte Behindset-Tour:-) Passend erreiche ich L'Escala vor dem Sonnenuntergang, komme in dem schon erwähnten inhabergeführten Hostal unter - in dem die Dame aus Kalifornien auch keine Freude gehabt hätte;-) und kehre an einer der Buchten in die Anchovis-Bar SOLES Platja [9.1.22] ein, wo ich mir als Appetizer vor dem Abendessen beim Italiener einen Copa Vi - catalan für vino - Blanc Marrec Emporda [9.1.22] zu Boquero (vorne) und Anxoves auf Brot (hinten) schmecken lasse ..., während die untergegangene Sonne ein Leuchten der schneebedeckten Gipfel erzeugt! Do., 30.12.2021: 128 km Ø 23,0 km/h (5:33) 1.125 Hm Σ 677; 5~15-21~23°C 30 EUR Ü

Der Col de Banyuls (Tag 7: L'Escala - Perpignan)

Bisher - wie auch dieses Mal auf der Hinfahrt - fahre ich an dieser Stelle immer an der Küste entlang durch den - zugegebenermaßen sehr schönen! - Parc Natural del Cap de Creus am Abzweig nach Cadaques vorbei, der aber einige Höhenmeter beinhaltet. Christian gibt mir den Tipp, im Landesinneren den Weg über den Col de Banyuls auf der Grenze zwischen Spanien und Frankreich zu nehmen. So starte ich recht früh und lasse das Frühstück - von 9-12 Uhr! - aus. Schon jetzt bescheint die Sonne mare e monti! In der Ebene ist es mit 4°C schon recht frisch, die tiefste Temperatur der ganzen Runde, und ich wärme mich bei der ersten Pause zum Frühstück in Sant Pere Pescador auf. Ich folge dem Weg der Hinfahrt nach Castello d'Empuries - mit Hinweis auf die Ausgrabung der Griechen und Römer Empuries - und biege dann aber weiter in's Landesinnere ab: Über Peralada und Mollet erreiche ich den letzten Ort auf spanischem Boden Espolla vor dem Paß: Hier stärke ich mich noch mal mit Bocadillo und Tinto für die 10 km lange Anfahrt bei sommerlichen Temperaturen. Es geht aber nur in leichten Wellen nach oben ohne Überraschungen und am Paß ist die Durchfahrt für KFZ wirklich vollständig mit Felsbrocken versperrt; aber Fahrräder können passieren:-) Eine Aussicht bietet sich auf die Abfahrt und den namensgebenden Ort Banyuls am Meer!

Frankreich, Teil II

Zuerst sehr steil im Schatten - und entsprechend frisch! - und später flacher rolle ich an die Küste, fahre direkt weiter durch den Hafen von Port Vendres und über Colliour erreiche ich Argeles-sur-Mer. Hier entscheide ich mich gegen die direkte Fahrt nach Perpignan und für den Umweg - mit tollem Blick in die Berge! - über Sorede, Laroque und Brouilla - Thuir lasse ich diesmal aus - nach Bages. Ich versuche immer, die kleinsten Straßen zu finden; eine Straßensperrung anschließend verursacht wieder ein mulmiges Gefühl für ein paar Kilometer, welche sich für Radfahrer aber als unkritisch erweist. Nach Nyls fällt mein Blick nach rechts über die Weinberge und ich stutze kurz: An der Küste scheint sich in der Ferne eine Wolken- oder besser Nebelfront aufzubauen! Aber ich denke mir nichts dabei, erreiche Perpignan, quartiere mich in meinem alten Hotel ein und bemerke auf meinem dann folgenden Rundgang, daß die Sonnen am längsten auf der Dachterrasse der Galeries Lafayettes scheinen wird. Dort erlebe ich dann, wie der Nebel die Stadt dann ganz langsam überrollt und die Sonne verdrängt. Auf dem Rückweg vom Restaurant dann wieder: Die festlich illuminierte Stadt! Fr., 31.12.2021: 118 km Ø 22,1 km/h (5:19) 1.206 Hm Σ 795; 4~17-21~30°C 80 EUR Ü+Fr

Nebel - Sonne - Nebel (Tag 8: Perpignan - Narbonne)

Heute am Neujahrstag haben viele Bars geschlossen, so frühstücke ich im Hotel. Und nein, der Nebel vom gestrigen Tag hat sich nicht verzogen:-| Egal, in Regenjacke verpackt starte ich, auch ohne Regen tropft es vom Helm. Über Nebenstrecken - hier auf Baixas und auf Cases-de-Pines - gelange ich auf die Hauptstraße D 117: Die meide ich ob des Verkehrs normalerweise, heute ist sie fast leer mit ganz besonderer Stimmung. Kurze Zeit später aber schon: Erste Lichtblicke am Horizont! Denn eine Aufstiegsfeier auf dem Römerbalkon kann nur der feiern, der vorher abgestiegen ist:-) Ergo: Aus dem Nebel herausfahren kann nur der, der vorher drinnen gewesen ist. Am Byrrh-Lagerhaus bei Estagel lichtet sich dieser schon stellenweise (mit einem Aperitif Byrrh [10.1.21] habe ich den Rundgang in Perpignan noch in abendlicher Sonne begonnen, da ich Thuir umfahren hatte) und nach Verlassen des Agly-Tals auf der D69 empfängt mich ein Nebelbogen. Etwas weiter dann lasse ich den Nebel hinter mir und gehe an Maury vorbei in die erste Steigung in der Anfahrt zum Paß Grau de Maury; der Rückblick in die Pyrenäen ist gigantisch (ohne Nebel)! Die Burg selbst habe ich noch nie besucht, ich wende mich gleich der Abfahrt Richtung Cucugnan zu. Herrlich hier zu fahren: Keine Autos, kein Nebel, nur Sonne und Landschaft! Nach Padern passiere ich eine Schlucht, die Bar in Tuchan ist natürlich geschlossen, so erreiche ich den Col d'Extrem! Die Abfahrt genieße ich, doch fürchte ich hinter jeder Biegung in den Nebel einzutauchen ...; und so ist es dann auch in Durban-Corbieres:-| Frustriert biege ich links ab, Hautsache raus aus dem Nebel! Nebeneffekt: Super kleine Straße mit toller Sicht über den Nebel! Doch die Freude hält nur 13 km an: In Coustouge sitze ich in der Sonne und schaue, wie die Straße vor mir in den Nebel eintaucht. Ich bin unfähig zu entscheiden: 30 km im Nebel und unter Wolken nach Narbonne - hach, die schöne Stadt! - oder versuchen weiter oberhalb des Nebels zu fahren - doch was könnte dann der Zielort sein? Alleine über Lagrasse könnte ich versuchen nach Carcassonne zu kommen; doch das ist mir etwas 'zu riskant', so beiße ich in den sauern Apfel und fahre leicht stetig bergab nach Narbonne, komme in meinem Lieblings-Hotel de Paris unter und sehe erstmals die alte Römerstaße, die sonst von einer Eisbahn überdeckt ist. Sa., 1.1.2022: 124 km Ø 22,0 km/h (5:38) 1.227 Hm Σ 919; 5~13-17~19°C 50 EUR Ü+Fr

Ein Tag in der 'Schweinebene' (Tag 9: Narbonne - Le Grau du Roi)

Wegen Corona wird das Frühstück auf dem Zimmer serviert: Der Kaffee ist ein Gedicht! Mit bewölktem Himmel fahre ich los - gottlob kein Nebel! - umfahre die Montagne de la Clape und komme durch das Weinbaugebiet La Clape, bei Valras-Plage sehe ich den Citroen 'Ami', der im FAZ-Artikel "Endlich wieder 1970" über La Grand Motte genannt wird, nach Agde wieder Etang-Landschaft mit Flamingos bevor ich vor Sete im Bikini-Plage zu Mittag einkehre mit Blick über die Dünen auf's Meer ..., nicht bei 33 (wie in Calella), sondern 13°C:-| Nach Frotignan, Palavas-les-Flots - mit Cafe au lait-Pause - und Carnon-Plage erreiche ich die Ferienstadt La Grand Motte: Diese Siedlung am Meer hatte mich schon bei der ersten Passage interessiert. Futuristisch gestaltete, pyramidenartige Terrassenhäuser säumen den Strand und den Yachthafen. Sehr gut beschrieben im oben schon genannten Artikel in der FAZ [10.1.22] sowie im DF [10.1.22]. Etwas später komme ich in meinem Zielort Le Grau-du-Roi an, beziehe das Hotel und bummel nach Sonnenuntergang und vor dem Abendessen am Leuchtturm vorbei und mache noch eine nächtliche Aufnahme des Orts am Kanal. So., 2.1.2022: 137 km Ø 22,6 km/h (6:04) 39 Hm Σ 1.056; 10-11(~14)°C 93 EUR Ü+Fr

Die Provence ruft (Tag 10: Le Grau du Roi - Salon de Provence)

Das Frühstück im Hotel ist sein Geld wert, gerade weil der Frühstücksraum im 4. Stock liegt: Ausblick landseits - ohje, mit Nebel! - und auf's Meer bis La Grand Motte, Carnon Plage und Palvas-les-Flots, ja gar bis zum Hügel von Sete ist garantiert! Bei der Abfahrt blicke ich am Kanal an der Küste zurück nach La Grand Motte (der großen Düne aus den 70ern), bevor ich dann zuerst auf dem Radweg Route du Mole (Richtung Tour de Constance), vorbei an den Stadtmauern von Aigues Mortes (Tote Wasser; ähnlich dem Pool im Death Valley: Badwater) und dem Tour Carbonniere lange Zeit am Canal du Rhone a Sete fahre. Gottlob dieses Jahr kein Mistral mit 80 km/h in der Plaine de la Camargue:-) So komme ich auf altbekonnten Nebenstrecken nach Arles, vorbei am Hotel de Ville und an der Arena der Römer. Mittagspause mache ich in Ermangelung an Sonnenplätzen im Zentrum außerhalb der Stadtmauern, dennoch mit Blick auf die Arena im Le France Brasserie Restaurant. (Im Nachhinein ärgere ich mich etwas, am Place Paul Doumer knapp vorbeigefahren zu sein und nicht einen Blick auf das vor eine halben Jahr eröffnete Luma [13.1.22] geworfen zu haben.) An Montmayour und Resten eines römischen Aquädukts vorbei und durch Maussane-les-Alpilles fahre ich in den Gebirgszug Chaine des Alpilles ein. Herrlich ruhig, kein Verkehr, kleine Straßen; andere Rennradfahrer ermuntern mich after the bridge right and only two kilometers up ..., in der Abfahrt muß ich aber noch mal umdrehen: Ja, es ist wirklich der Mont Ventoux, der mich aus der Ferne grüßt! In schneller Fahrt geht es dann aus den Bergen hinaus und ich nähere mich Salone-de-Provence ...; und ja, ich habe schon mal in der Stadt übernachtet: Es waren aber die beiden Hotels im Zentrum voll belegt (ich bin dann in einer Privatunterkunft im Zentrum untergekommen) die sehr einladend ausgesehen haben. Heute ist im Grand Hotel de la Poste [12.1.22] ein Zimmer frei, im 3. Stock, mit Blick auf den Uhrturm. Das Hotel ist inhabergeführt, ich fühle mich sofort wohl und das Frühstück bestelle ich selbstredend dazu! Mein kleiner Rundgang führ mich zuerst zur Burg (die allerindings schon zu ist) und gegenüber dem Rathaus vorbei an dieser schön beleuchteten Bar. Restaurants sind - wie damals 2014 am 1. Feiertag, wo ich im Quick-Restaurant essen mußte - Mangelware an diesem Montag; alles ist zu, einmal gibt es eine geschlossene Gesellschaft, ich kehre aus lauter Verzweiflung in Cave & Bar a Biere My Beers ein; die Bedienung kümmert sich rührend um diesen versprengten deutschen Touristen:-) Doch auf dem Rückweg zum Hotel komme ich an der Pizzeria La Famiglia Sarda vorbei, sehr einladend ..., ich hätte nur nicht links aus dem Hotel der Empfehlung der Chefin folgen sollen zum ohnehin geschlossenen Restaurant Lou Paradou, sondern rechts gehen müssen:-| Naja, man lernt nie aus ... Mo., 3.1.2022: 111 km Ø 22,3 km/h (4:59) 678 Hm Σ 1.167; 10-16(-22)°C 67 EUR Ü+Fr

Endspurt, letzter Tag (Tag 11: Salon de Provence - Marseille)

Heute wieder Wolken, die Provence meint es dieses Mal nicht gut mit mir:-| Ich hätte meine Runde in Spanien doch bis Peniscola verlängern soollen und dann ab Cerbere mit dem Zug nach Marseille zurückfahren sollen. Egal, da muß ich jetzt durch ..., die Chefin im Hotel meint nur: "Es regnet ja nicht." In Aix-en-Provence mache ich Pause am Cours Mirabeau mit Cafe au lait und Sandwich, mache mich aber gleich wieder auf, wähle wegen des bescheidenen Wetters die schnelle Route ohne den Aqueduc de Roquefavour und versuche, in der Boutique du Cellier in Eguilles halbe Flaschen Wein zu kaufen ..., vergeblich:-| Vorbei am Restaurant Toinou [12.1.22] etwas außerhalb - welches leider in Marseille vor 2 Jahren geschlossen hat, wie ich dummerweise erst später erfahre - und über Nebenstrecken mit 'Nebenaussichten' "Schon beendet wurde die Kohleverstromung in Le Havre in Nord- und in Gardanne in Südfrankreich." Quelle [12.1.22] erreiche ich über die herrliche Abfahrt auf der D 908 Marseille und fahre direkt zu meinem Hotel mit Aussicht direkt auf den Bahnhof St. Charles! Ich starte meinen Rundgang am Bahnhof mit dem Kauf der FAZ, blicke über die Stadt zur Kirche Notre-Dame de la Garde prominent auf einem Hügel platziert und genieße die letzten Sonnenstrahlen am Quai du Port mit Blick auf den Hafen. Klar, das Restaurant, in dem ich seit Jahren versuche zu essen, hat genau vom 24/12 bis 6/1 geschlossen:-| Nur gut, daß ich jetzt im Oktober dort sein werde;-) So entscheide ich mich für das Restaurant L'Esquinade [12.1.22]; letzten Endes eine gute Wahl, denn das Essen war klasse, das Restaurant voll und alle anderen leer. Den Digestif nehme ich dann in der Bar um die Ecke in diesem abends sehr lebhaften Viertel ... Di., 4.1.2022: 86 km Ø 21,4 km/h (4:00) 1.015 Hm Σ 1.253; 10-11(-14)°C 61 EUR Ü

Abreise

Morgens wache ich schon vor dem Wecker auf, gehe rüber zum Bahnhof, Cafe gibt's nur im Pappbecher, den ich verweigere und beziehe 'mein' 1. Klasse-Abteil. Wegen verschärfter Corona-Regeln in Frankreich bleibt nicht nur das Bisro gschlossen - welches eh nur Einwegware verkauft! - sondern auch das Essen am Platz ist in Frankreich verboten (nur Trinken von kalten, nichtalkoholischen Getränken zum Durstlöschen ist erlaubt!), so daß das von mir extra für die Fahrt gekaufte Frühstück aus Baguette und zwei Sorten Käse 6 Stunden warten muß, bis wir die Grenze zu Deutschland überquert haben. Europa: Hurra!

Fazit

... folgt mit etwas Abstand zur Reise.

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