Vorbemerkungen

Schon Anfang November buche ich die Bahnfahrten für's Frühjahrstraining in Norditalien. Doch daraus wird mit Ausbruch der Corona-Pandemie nichts; kurzfristig versuche ich zwar noch nach Südfrankreiche auszuweichen, was sich aber als zu blauäugig herausstellt:-| So storniere ich alle Bahn-Tickets; als Alternative bleibt wegen der Kontaktbeschränkungen: Sportliche Betätigung und die Familie. So mache ich mich - das Wetter ist perfekt vorausgesagt! - auf den Weg nach Mainz und Leverkusen ...

G1-Rennradtraining light 2020

F - MZ - LEV - MZ - Seeheim-Jugenheim

Sesto Calende am Ticino vor Alpenpanorama

Tag 1: Frankfurt an Main und Rhein nach Mainz (Mo., 6.4.20)

Gegen Mittag starte ich, durchdie Mainauen ggü. von Kelterbach, vorbei am Okrifteler Sumpf und am Schwarzbach wieder zum Main. Immer nördlich des Mains schwenke ich in Kastel auf den Rhein ein: Der Ufer-Radweg im Rheingau ist erst über die Feiertage gesperrt. In Eltville bleibt aber auch der Weinausschank geschlossen; ein trauriger Anblick. Mit der Fähre von Oestrich-Winkel nach Ingelheim überquere ich den Rhein - wo ich an der Uferpromenade in Frei-Weinheim trotz Gegenwind bisher Pause mache - um mit einem kleinen Schlenker über Ingelheim, Elsheim-Stadecken, Lerchenberg und Essenheim durch Rheinhessen 18:30 bei meinem Bruder in Mainz-Finthen eintreffe: Laura kocht, so ist die Versorgung mit Kohlenhydrat für morgen gesichert und der Abend endet mit einer Partie The Mind und dem Essenheimer Wein vom Weingut Wagner [11.4.20]. 99 km Ø 23,3 km/h (4:16) 545 Hm

Tag 2: Mainz - linksrheinisch nach Leverkusen (Di., 7.4.20)

Mein Bruder startet früh zur Arbeit, so gibt es einen Kaffee und ich starte um 7:30 ..., was mit entgegegen kommt, da ich eine 200+ km-Etappe vor mir habe: Es ist mit 7°C schon frisch; gut, daß ich Handschuhe, Armlinge und Wintertrikot dabei habe! Oberhalb des Rheins fahre ich mal ganz neu durch Obstwiesen und Weinhänge über Ingelheim nach Bingen mit Blick hinüber nach Rüdesheim und Kloster St. Hildegard [12.4.20]. Gegenüber von Bingen erheben sich dann die Steillagen der Weinberge. Jetzt nordwärts passiere ich auf dem Uferradweg Assmannshausen mit seinem Höllenberg und etwas später die Loreley (allerdings ohne Hotel); von dort hatte man damals einen spektakulären Blick in's Tal! Dann nach dem Frühstück in Oberwesel in Koblenz (mit dem German Eck) eine Mittagspause; mit Blick auf die Bridge von Remagen habe ich noch ein Stück Kuchen und Bonn. Nach Wessling breiten sich jetzt auch weitläufig Industrieanlagen am Rhein aus. In Köln fahre ich über die große Bahnbrücke (und endlich mal raus aus dem Gegenwind) und erreiche Leverkusen-Schlebusch direkt um 19:30: Hier gibt es wunschgemäß Pizza und abends noch einige Runden Doppelkopf mit Simon. 207 km Ø 24,2 km/h (8:32) 610 Hm

Tag 3: Ruhetag mit Gartenarbeit (Mi., 8.4.20)

Eigentlich sollte dieser Tag dazu dienen, die lange Strecke vom Vortag zu verdauen; doch mein Bruder wollte noch zwei aufgelassene Tannen im Garten umlegen, jedenfalls teilweise. Insgesamt war es aber schon ein Ruhetag ...

Tag 4: Leverkusen - rechtsrheinisch nach Mainz (Do., 9.4.20)

Vor der Abfahrt gibt es einen Kaffee, ich breche um 8:30 auf, es ist noch frisch, die Vorhersage samt Rückenwind aber sehr gut. Landschaftlich schön erreiche ich in Stammheim den Rhein mit Blick auf den Dom und später auf die spektakulären Kranhäuser (Architekturpreise [12.4.20]). In Niederkassel kaufe ich im Ort in einer Bäckerei Frühstück ein, mit welchem ich mich dann am Rhein niederlassen. Später, kurz vor Bonn, überquere mit der Fähre die Sieg und halte am imposanten Verwaltungsgebäude [12.4.20] der Basalt Actien Gesellschaft in Linz. Verlassen, natürlich, der Leyscher Hof in Leutesdorf, wo ich jetzt zur Mittagszeit gerne eingekehrt wäre ..., vielleicht später mal (stattdessen gibt's Brötchen und Kuchen in Neuwied am Rhein). Jetzt passiere ich schon die Koblenzer Brauerei und ich steuer mit kräftigem Rückenwind durch's Rheintal auf Rüdesheim zu: Die Baustellen passiere ich eher bei dunkelorange, rausche mit 40-50 km/h durch und spute mich, als ich um 17:17 die Fähre warten sehe; denn ich erinnere mich, daß 17:20 eine Abfahrt sein könnte. So ist es: Sekunden später überquere ich den Rhein mit Blick auf Rüdesheim in der Abendsonne. Durch die Ingelheimer Auen und hinauf durch die Obstwiesen mit Wolkenhimmel am Spargelfeld vorbei erreiche ich Finthen um 18:30 ..., diesmal direkt. Laura kocht eine superleckere vegetarische Lasagne! Und den Abend vertreiben wir uns zu viert mit "Skip-Bo" und "The Mind" ... 212 km Ø 25,9 (8:11) 708 Hm

Tag 5: Mainz durch Rheinhessen und am Rhein nach Seeheim-Jugenheim (Fr., 10.4.20)

Heute sind Ferien in Rheinland-Pfalz, mein Bruder hat Urlaub und wir können ausgiebig frühstücken; so komme ich erst um 10:00 los, egal. Heute ist eh nur eine kürzere Etappe bis Seeheim-Jugenheim geplant: So nutze ich die Radwegweisung in Richtung Nierstein, folge idyllischen Radwegen, die gut frequentiert sind, bei dem Wetter kein Wunder. Auf gut ausgebauten Wegen durchquere ich Rheinhessen (Weinanbau und Blütenmeer in STEREO) mit Blick über die Weinhänge bis nach Frankfurt (Skyline in 37,5 km Entfernung) und erreiche Oppenheim mit der Katharinenkirche (bedeutendste gotische Kirche zw. Straßburg und Köln [12.4.20] mit Ost- und Westchor! [12.4.20]), während sich rechterhand die Rheinebene Richtung Süden ausdehnt. In Oppenheim beeindruckt mich dieses Portal einer Grundschule mit dem Sinnspruch: "Fleiss bringt Preis" (von 1926). An Industriebauten vorbei (in STEREO) steuere ich auf Worms zu durchs Industriegebiet mit Pause am Rhein und über die Nibelungenbrücke mit -turm (und skurriler Baugeschichte [12.4.20]) durch's hessische Ried zum Neuschloß (Lampertheim). Da ich mit Rückenwind recht schnell unterwegs war und erst gegen 17:00 bei Uli sein möchte, mache ich mich langsam auf gen Norgen über die Radwege der Bergstraße nach Seeheim-Jugenheim. Hier gibt's Kaffee & Kuchen und abends kochen wir noch was Leckres. Zurück geht es mit der Bahn von Bickenbach (Bergstr.) nach Frankfurt ... 122 km Ø 24,1 km/h (4:51) 630 Hm

Fazit

Zusammengefaßt kann ich sagen: Training ja, Kulinarik nein. 640 km bei Gegen- und Rückenwind zu ebener Erde an Main und Rhein legen eine gute Basis für die Grundlage/Ausdauer. Und das Wetter macht ein Ausweichen nach Italien nicht notwendig: 7-27°C mit Sonnenschein pur! Linksrheinisch nordwärts fährt es sich auf dem Radweg D-Route 8 / Rhein-Route [12.4.20] (als Teil des Rheinradweg EV15 [12.4.20]) von Bingen über Boppard und Bonn nach Köln zwar landschaftlich schöner und näher am Rhein, die Oberflächenbeschaffenheit läßt aber oft stark zu wünschen übrig. Rechtsrheinisch südwärts von Köln über Neuwied und St. Goarshausen nach Rüdesheim läuft es zügiger auf recht gut geteerten Wegen, dafür aber auch schon mal nah an der Straße. Leider verhindert die Kontaktbeschränkung wegen dem Coronavirus ein kulinarisches Einkehren; dafür wären so aber auch 250 km am Tag möglich. Ganz außerordentlich finde ich auch: Sowohl das enge Rheintal mit seinen Felsen und Weinhängen - z.B. bei der Loreley - als auch der Rhein im weiten Tal - z.B. bei Gernsheim mit viel Natur oder auch mit Industrie im Kölner Raum - haben ihren Reiz.

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