Frühjahrstour: Rund um's Piemont

Übersicht der Route

Landkarte Bellinzona - Piemont - Bellinzona in der Übersicht und im Detail (3,8 MB).

Inhalt

Anreise & Lago Maggiore - Lago Maggiore, Po-Ebene & Monferrato - Volpiano & GIOS - Roero & Alba - Langhe & Barolo - Alta Langhe, Belbo & Alessandria - Po & Certosa di Pavia - KARTELL, Navigli & Lago Maggiore - Lago Maggiore & Abreise

Anreise & Lago Maggiore

1. Tag: Mo., 3.4.17, Bellinzona - Laveno, 61 km (2:20) Ø 26,1 km/h, Sonne 20~25°C

Die Anreise mit dem EC 207 bis Basel (mit altem IR-Bistro) und dem IC 671 weiter nach Bellinzona verläuft problemlos (Fahrtzeit: 5:46 h, dank Gotthard-Basistunnel aber ohne die schöne Alpenfahrt auf der Gotthardbahn über Wassen, Göschenen & Andermatt, Airolo (jetzt +1:20 h); mit 57 km derzeit längster Eisenbahntunnel der Welt). Um 14 Uhr starte ich auf dem Bahnhofsvorplatz; zuerst auf der Nebenstrecke in Richtung Locarno, dann südlich des Lago Maggiore auf der wenig befahrenen Straße über Luino nach Laveno. So oft es geht wechsel ich dabei auf die Dank Tunnels stillgelegte alte Uferstraße. Laveno selbst ist ganz nett; ich komme im Hotel gegenüber vom Bahnhof unter ...

Lago Maggiore, Po-Ebene & Monferrato

2. Tag: Di., 4.4.17, Laveno - Crescentino, 158 km (6:00) Ø 26,3 km/h 1.046 Hm, Sonne 20~30°C

Wieder mit tollem Blick in die umgebenden Berge verlasse ich Laveno über die Bahnhofsbrücke und mache auf dem Weg nach Süden einen Abstecher zur Eremo Santa Caterina del Sasso. (Später aber mehr dazu ...!) Einen kleinen Schlenker mache ich noch über Angera, wo ich hätte auch übernachten können/wollen. Vor Sesto Calende überquere ich den Ticino auf einer zweistöckigen (Zug-/KFZ-Verkehr), abenteuerlichen & altersschwachen Brückenkontruktion mit Blick auf den Auslauf des Ticino aus dem Lago Maggiore und in die sich entfernenden Alpen. Ab jetzt will ich nur kleinsten Straßen folgen durch kleinst Ortschaften: Z.B. genieße ich schon die Ruhe in Borgo Ticino bei einer Pause in der örtlichen Bar! Etwas später erreiche ich den Bahnhof Cressa Fontaneto mit einem eigenwilligen Gebäudekonglomerat, der wie auch der vorbeifahrende Traktor (in meiner alten Heimat hätte am Bahnübergang gestanden: "Personen von der Ladung absteigen!") auf landwirtschaftliche Nutzung hindeutet. Doch der Blick in das Gebäude links - Chiesa di Cressa - überrascht! Weiter gen Süden erreiche ich die ersten Reisanbauflächen: Und dann freue ich mich schon auf mein erstes Risotto:-) An Novara komplett und Vercelli knapp vorbei fahre ich - oder er mich? - einen Rennradfahrer auf: Marco trainiert in der Tapering-Phase für den Triathlon 70.3 Irondelta am kommenden Samstag in Lido di Volano (Delta Po) (auf unserer Tutto-Po-Tour 2014); er fragt mich, wo es für mich hingeht und beschließt, mich bis zur "Cantina del Rubino" in Cantavenna zu begleiten! So wird die Etappe recht kurzweilig; zumal er einige ruppige Abkürzungen in's Monferrato kennt;-) Ich bedanke mich für die Begleitung und verkoste den "Rubino di Cantavenna Riserva" sowie den "Moscato". Da es sowohl in Cantavenna als auch Gabiano keine Übernachtung gibt, fahre ich bis Crescentino weiter; aber der Agroturismo Greppi (der Cantina) ist ausgebucht (während der Woche voller Handwerker & am Wochenende leer:-( Die Chefin besorgt mir aber ganz in der Nähe eine Unterkunft, so daß ich abends noch in Crescentino essen kann (Pizzeria Vichingo). Dummerweise hatte ich (auch) die (Langfrist-)Wettervorhersage nicht mehr auf dem Schirm ...:-(

Volpiano & GIOS

3. Tag: Mi., 5.4.17, Crescentino - Volpiano, 37 km (1:33) Ø 23,6 km/h, Regen 11~13°C

Für heute habe ich einen Termin bei Aldo & Marco Gios in Volpiano: Der Steuersatz meines GIOS A70 - ein Shimano 600 von vor 1999! - soll nach ca. 75 bis 80.000 km getauscht werden. Bei Trockenheit starte ich, doch nach wenigen km tröpfelt es schon:-| Ich weiche nassen Stellen auf dem Asphalt jetzt noch aus; doch gebe ich es auf, als es beständig regnet und ich die Regenjack überziehen muß:-( Ja, sogar die Langfristwettervorhersage hatte für diesen Vormittag Regen vorausgesagt! Wäre ich doch gestern noch wenigstens die 21 km bis Chiasso weitergefahren ... (doch was nützt mir das Wehgeklage jetzt?) Ich überlege nur: Weiterfahren und vollständig durchnäßt im Laden ankommen oder Termin verschieben und Wetterbesserung abwarten? Ich fahe weiter, denn naß bin jetzt eh schon. Es macht kaum Spaß, doch geht es mit 26 km/h ganz gut voran, so daß ich gegen 10:00 Uhr den Laden GIOS torino [14.4.17] erreiche. Im Werkstattbereich treffe ich Aldo (mit kaltem Zigarrensummel im Mundwinkel:-) und einen gleichaltrigen Besucher an: Aldo bietet mir erstmal einen Kaffee an und meint, daß Marco demnächst vorbeikommen würde. Kurz darauf erscheint Marco und nach einem Schwatz beginnt Aldo mit dem Wechsel des Steuersatzes: Ich kann ihm dabei assistieren! Anschließend justiert er mir noch das Lager im Shamal-Hinterrad. Mit einem weiteren Kaffee sehe ich mich im Laden um, der vollgestellt mit Devotionalien des Radsports ist (z.B. dem Rad von Walter Godefroot von 1978 der Flandern-Rundfahrt)! Da sich das Wetter nicht bessert, beschließe ich mich im Hotel einzuquartieren; Marco empfiehlt das Vazzana, mit dem er kooperiert, welches sich aber auch als ausgebucht herausstellt:-(aber ich bin ja eh schon/noch naß) In's "Green Hotel ****" in Settimo will ich nicht (das war mir 2001 damals zu weit ab vom Schuß und zu teuer, als ich Alfredo am alten Standort von GIOS besucht hatte), so gehe ich in's "Fox Hotel ****", keine 1.000 m vom Laden entfernt. Nachdem sich der Regen gelegt hat, verbummel ich den Nachmittag in Volpiano und esse abends schon bei Sonnenschein im Hotel-Restaurant.

Roero & Alba

4. Tag: Do., 6.4.17, Volpiano - Alba, 115 km (5:05) Ø 22,6 km/h 1.165 Hm, Sonne 20~30°C

So, den Regentag habe ich hinter mir: Ab jetzt gibt's nur noch Sonnenschein bei 20 bis 30°C (morgens schon mal 10 bis 15°C). Vorbei beim Ladengeschäft GIOS verlasse ich Volpiano mit einem Rückblick auf den Alpenhauptkamm (in 60~90 km in Richtung Norden). Über Settimo und den Po und an CHieri vorbei fahre ich nach Süden in's Monferrato, hier die Gegend Roero. In Isolabella lege ich zum Mittag eine Pause auf dem Dorfplatz ein: Es gibt ein panino formaggio und vino bianco frizzante. Nach einer weiteren Pause in Canale verlasse ich Castellinaldo (mit schönem Ausblick vom Kastell über das Tanaro-Tal). Nach einer Pause in Barbaresco (die Reserva-Weine in der Cantina Produttori sind allerdings schon alle vergriffen:-( erreiche ich Alba.

Langhe & Barolo

5. Tag: Fr., 7.4.17, Alba - Barolo, 95 km (4:37) Ø 20,6 km/h 1.787 Hm, Sonne 20~30°C

Heute will ich ein wenig durch die Langhe fahren: Ich breche von Alba in Richtung Barolo auf, biege ab nach Roddi ab, schaue in Verduno bei Burlotte vorbei und erreiche über La Morra Barolo: Hier quartiere ich mich im Brezza ein. Ohne Gepäck fährt es sich jetzt leichter: Zuerst nach Novello und nach einer Pause in Dogliani hinauf nach Belvedere Langhe; immer mit tollem Blick in die franz. Seealpen oder zum Mont Viso (in 75 km; wo wir am Fuß des Mont Viso 2014 zur Tutto-Po-Tour gestartet sind, die uns bis nach Lido di Volana im Podelta führte). Nach der Pause in Murazzano biege ich nach Norden ab und will meinen Kreis schließen: Hier schiebet sich die Silhouette von Murazzano vor Mont Viso und die Seealpen. Über Roddino, Monforte und Castiglione Falletto (mit Besuch bei Renza auf der Terrazza) schließt sich der Kreis in Barolo (wo ich abends bei Maurilio im La Cantinetta einkehre).

Alta Langhe, Belbo & Alessandria

6. Tag: Sa., 8.4.17, Barolo - Alessandria, 132 km (5:53) Ø 22,5 km/h, Sonne 20~30°C

Nach dem ausgiebigen Brunch auf der Terrazza bei Renza starte ich die Rückfahrt: Über meine Lieblingsstrecke nach Sinio und auf kleinsten Straßen schon durch das Belbo-Tal hinüber nach Cortemilia (von dem Anbaugebiet der Haselnuß zeugt Nocciole Marchisio): Die Stimmung in der Bar ist ausgelassen und deutet auf einen schon langen Samstag Vormittag hin:-) ... sowohl bei den Gästen als auch beim Personal. Vom Tal der Bormida wechsel ich über Castino nach Cossano wieder in's Belbo-Tal; doch hier wieder eine Enttäuschung: Das alte Restaurant Universo hat dichtgemacht, weil der Chef Großvater geworden ist und sich mehr um die Familie kümmern will. So gibt es für mich kein Halten mehr und ich folge auf kleinen Straßen dem Belbo-Tal nach Alessandria, wo ich - mal wieder - im Hotel Lux unterkomme. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein; und der Hotelier versichert mir: Es gibt keinen besonderen Anlaß, das sei hier normal so. So ist mein avisiertes Restaurant ausreserviert (Baccala!) und ich verköstige mich wie die anderen Gäste in der nahen Bar an gereichten Köstlichkeiten zum Glas Wein: Pasta, Häppchen und Salate (u.a. saure Zwiebeln mit Spiegelei und Mozzarella).

Po & Certosa di Pavia

7. Tag: So., 9.4.17, Alessandria - Certosa di Pavia, 106 km (4:13) Ø 25,2 km/h, Sonne 20~30°C

Heute fahre ich eine ganz ähnliche Strecke wie auch 2014: Über Valenza - Sehr, sehr nett! - folge ich nördlich dem Po - wieder mit Mittagspause im Restaurant (2015) an der Brücke über den Po (2015) - und nähere mich von Süden Pavia mit der mächtigen Silhouette des Doms (2014). Pavia durchquere ich aber achtlos, um möglichst viel Zeit für die Certosa zu haben (was sich auch als günstig herausstellen wird:-) Die Certosa mit ihrer herrlichen Fassade erreiche ich am Nachmittag und sehe mir den Kircheninnenraum [14.4.17] an. Dort fällt mir eine Menschenmenge vor einer Absperrung auf; und wie sich nach Fragen herausstellt, warten sie auf die nächste (und für heute letzte) Führung ..., in solo cinque minuti! So erhalte ich Einlaß und - da die Führung auf italienisch ist - streune ich losgelöst von der Gruppe durch den Chorraum mit -gestühl [14.4.17] und aufwendigem Hochaltar [14.4.17], das Querschiff mit den Grabmälern Ludovico il Moro und seiner Gattin Beatrice d'Este [14.4.17] sowie des Stifters Gian Galeazzo Visconti. Gemeinsam geht es weiter in den kleinen Kreuzgang mit Blick auf Querschiff und Vierungsturm und das Refektorium [14.4.17] sowie den großen Kreuzgang mit seinen 23 identischen Mönchshäusern ("Klosterzellen") ...; alle mit 4 Zimmern, 2 Kellerräumen, Terrasse und eigenem Garten! Beim Verlassen der Anlage gehe ich doch noch mal an der monumentalen, reich verzierten Fassade vorbei. Anschließend in der "Bar Sport Gelateria" komme ich - wie meist - mit den Gästen in's Gespräch. Abends gibt es zur Pizza den guten Bonarda (Croatia-Traube) aus dem Oltrepo ...

KARTELL, Navigli & Lago Maggiore

8. Tag: Mo., 10.4.17, Certosa di Pavia - Angera, 109 km (4:29) Ø 24,3 km/h, Sonne 20~30°C

Auf Nebenstrecken erreiche ich Binasco; obwohl mir per E-Mail mitgeteilt wurde, daß eine Besichtigung am Montag nicht möglich sei, versuche ich mein Glück beim Kartellmuseo ...; und bevor ich mein Rad anlehnen kann, wird die Tür geöffnet und ich werde gefragt, ob ich das Museum ansehen wolle ..., als hätte man auf mich 'gewartet'! Das lasse ich mir nicht zweimal sagen, werde kurz eingewiesen und nehme mir Zeit, die Ausstellung in Ruhe anzusehen. Im Grund ist es ja eine (historische) Verkaufsausstellung, aber mit extrem avantgardistischen Zügen! Z.B. wird auch das System Componibili präsentiert (von 1969, welches ich bei mir in einer frühen Version stehen habe). Bilder der Ausstellung findet man direkt hier: Kartellmuseo Il Percorso [14.4.17]. Mit dem Ausstellungskatalog geht es für mich weiter ..., wieder an Reisfeldern vorbei zum Navigli Grande in Gabbiano: Diesem Kanal folge ich - fast autofrei! - über Cassinetta di Lugagnano und Robecco sul Naviglio - mit einer unkomplizierten Mittagspause vor Turbigo in einem fast ländlichen Restaurant (rechts) [14.4.17] "Vista dal ponte poco prima di Turbigo, appena attraversato il ponte sulla sx. troverete una fontanella d'acqua, mentre sulla dx. della ciclabile c'è un punto di ristoro." Quelle [14.4.17] - an den großen Schleusentreppen [14.4.17] (Vizzola Ticino: Opere idrice [14.4.17]) bis zum Abzweig des Kanals vom Ticino. Dem Ticino folgend erreiche ich Sesto Calende an der Flußpromenade ... mit Blick auf die zweistöckige Brücke! Zur Übernachtung fahre ich nach einer Pause aber noch etwas weiter nach Angera: Hier hat mich auf der Hinfahrt die Enge des Sees mit dem Blick von der Uferpromenade hinüber nach Arona beeindruckt.

Lago Maggiore & Abreise

9. Tag: Di., 11.4.17, Angera - Bellinzona, 91 km (3:57) Ø 23,1 km/h, Sonne/leichte Wolken 20~25°C

Ich genieße den letzten Tag hier am Lago Maggiore, wieder so oft es geht auf den abgeschnittenen alten Uferstraßen. Ansonsten kommen mir auffällig viele KFZ mit deutschem Kennzeichen entgegen: Klar, die Ruhe (vor dem Sturm:-) im Piemont und auf den Straßen war dem fernen Ostern und den in den anderen Bundesländern (außer HH) später beginnenden Ferien geschuldet. Drei Dinge plane ich jetzt noch: Zum einen besorge ich mir am Bahnhof in Laveno - in Euro! - eine Süddeutsche für die Rückfahrt (denn in Bellinzona wären Franken fällig). Dann besuche ich nochmals die anfangs schon erwähnten Eremo Santa Caterina del Sasso [14.4.17], die einen leicht bogenförmigen (links) [14.4.17] und vielschichtigen Kirchenbau [14.4.17] - denn eigentlich sind es 5 Kapellen, die im Laufe der Zeit zusammengewachsen sind - und Wandmalereien im alten Refektorium [14.4.17] bereithält, die von der wechselvollen Geschichte zeugen. Und zuletzt kehre ich kurz vor der schweizerischen Grenze in einem Landrestaurant zwischen See und Straße ein. Direkt vor der Grenze gibt es den letzten Cappucchino ... und ich rette mich, auf einem Radweg geführt, nach Bellinzona zum Bahnhof, denn mein Vorderreifen plättet schleichend:-| Nach gut 900 km verpacke ich mein Rad und der EC 20 (ital. Garnitur) nach Zürich sowie der ICE 4 bringen mich pünktlich nach Frankfurt zurück.

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